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Graz

Aus InkluPedia
Graz
Wappen von Graz Vorlage:Positionskarte
Staat: Österreich
Land: Steiermark
Politischer Bezirk: Statutarstadt
Kfz-Kennzeichen: G
Fläche: 127,57 km2
Höhe: 353 m ü. A.
Einwohner: 305.314 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 2393 Einw. pro km2
Postleitzahlen: 801x, 802x, 803x, 804x, 805x, 8073, 8074
Vorwahl: 0316
Gemeindekennziffer: 6 01 01
NUTS-Region: AT221
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
8011 Graz
Website: graz.at
Lage von Graz
Karte von Graz
Karte von Graz
Grazer Hauptplatz in Blickrichtung Rathaus
Grazer Hauptplatz in Blickrichtung Rathaus

Grazer Hauptplatz in Blickrichtung Rathaus

Graz (früher auch Grätz) ist eine Stadt in Österreich und die Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark. Die zweitgrößte Stadt Österreichs liegt an beiden Seiten der Mur im Grazer Becken am südöstlichen Rand der Alpen, unweit der österreichischen Grenze zu Slowenien und zu Ungarn. In der römischen Kaiserzeit (27 v. Chr. bis 284 n. Chr.) war das Grazer Feld eine dicht besiedelte Agrarlandschaft. Im 6. Jahrhundert wurde hier eine Burg errichtet, von der sich der Name Graz ableitet (slowenisch gradec bedeutet kleine Burg).[1] Von 1379 bis 1619 war Graz habsburgische Residenzstadt. In diesem Zeitraum widerstand die Stadt mehreren osmanischen Angriffen. 2003 war Graz die Kulturhauptstadt Europas, 2015 wurde es Reformationsstadt Europas. Die Altstadt von Graz ist UNESCO-Weltkulturerbe.[2])

Fotos

Von links nach rechts und von oben nach unten: Brunnen am Eisernen Tor, Freiheitsplatz, Fluss Mur und der Schlossberg, Grazer Dom, Katharinenkirche

Geschichte

Im heutigen Graz wurde ein Gräberfeld aus dem 9. Jahrhundert entdeckt, welches vermutlich zu einer ersten Siedlung am Schloßbergfuß gehörte. Eine Nennung der Stadt als „Grez" von 1091 gilt nicht als sicher. Die älteste Nennung der Stadt als „Gracz" ist in einer Urkundenschrift von 1128 zu finden. Wegen dieser vorwiegend wirtschaftlichen Bedeutung besaß Graz im Frühmittelalter kein innerstädtisches Kirchenzentrum. Die seit dem 13. Jahrhundert als Pfarrkirche fungierende Ägydiuskirche stand in erhöhter Lage außerhalb des Stadtzentrums. Ab dem Ende des 13. Jahrhunderts stand die Stadt unter der Herrschaft der Habsburger. Die 1379 erfolgte Teilung der habsburgischen Länder schuf die Grundlage für ein selbstständiges innerösterreichisches Territorium mit den Ländern Steiermark, Kärnten, Krain und Istrien. Graz wurde auf Grund seiner Bedeutung von der Leopoldinischen Linie der Habsburger zur Residenz erkoren.[3]

Friedrich III. (1415–1493) (ab 1424 als Friedrich V.) leitete den baulichen Aufschwung der Stadt ein. In der Folge zum Kaiser Friedrich III. von 1440 bis 1493 gewählt, prägte er das Stadtbild der Residenz Graz, in der er den Großteil seiner Regierungszeit verbrachte. Als Kaiser Friedrich III. im Jahre 1493 verstarb, setzte sein Sohn Kaiser Maximilian I. (1459–1519) den baukünstlerischen Abschluss des Mittelalters.[3] In den 1520er Jahren breitete sich in Graz die reformatorische Lehre aus. Der Apotheker und Bürgermeister Simon Arbeiter setzte sich für evangelische Abendmahlsfeiern an. Schon bald war die Mehrheit der Bevölkerung von Graz evangelisch. Ab 1530 war Hans Ungnad von Sonnegg (1493–1564) Landeshauptmann der Steiermark. Er schloss sich der Reformation an und wurde zum Obersten Feldhauptmann und von 1542 bis 1544 zusätzlich zum Statthalter des Erzherzogtums Österreich unter der Enns ernannt. Seine Bemühungen um Religionsfreiheit bei König Ferdinand I. (1503–1564) blieben jedoch erfolglos. Die Habsburger verfolgten die Rekatholisierung der evangelischen Stadt. 1572 berief Erzherzog Karl die Jesuiten nach Graz. 1573 errichteten sie in der Stadt ein Kolleg in Konkurrenz zu der florierenden evangelischen Landschaftsschule. Mangels Zulauf wurde das Jesuitenkolleg 1586 zur Universität erhoben. 1598 wurden alle evangelischen Prädikanten vertrieben, evangelische Bücher verbrannt und im Jahr darauf die evangelische Schule geschlossen. Religionskommissionen spürten Evangelische auf, um sie zu verurteilen. Nur dem Adel war es bis 1628 vorbehalten, evangelisch zu sein. Dann bestand bei ihnen nur die Wahl zwischen Auswandern oder katholisch werden.[4]

Die Wahl Ferdinands zum Kaiser bedeutete das Ende als Residenzstadt. Der Grazer Hof zog 1619 nach Wien in die Wiener Hofburg. Graz blieb Landeshauptstadt, die 1625 neu organisierten Grazer Behörden verwalteten weiterhin die innerösterreichischen Länder. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichteten italienische Baumeister repräsentative Monumentalbauten in Graz. Die ehemalige Jesuitenuniversität (1607/09) bildete die Wiege der heutigen Karl-Franzens-Universität. Das von Antonio Solari erbaute Landeszeughaus (1643/44) wurde als ständiges Waffendepot gegen die Türkeneinfälle errichtet. Im Inneren lagern etwa 32.000 Waffen und Kriegsgerätschaften. Das Grazer Zeughaus ist heute das einzige der Welt, das seine Funktion als Waffenkammer seit 1644 in ununterbrochener Folge behalten hat. Das Mausoleum des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand II. (1578–1637) ist der größte Mausoleumsbau der Habsburger. Es stellt das kunst- und kulturgeschichtlich bedeutendste Baudenkmal des Manierismus in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts in Österreich dar. Graz wurde eine mächtige Festung des „Heiligen Römischen Reiches“ gegen die Bedrohungen aus dem Südosten ausgebaut.[3]

Erst nach dem Toleranzpatent von Kaiser Joseph II. (1741–1790) aus dem Jahre 1781 war es Evangelischen in Österreich erlaubt, ihren Glauben zu leben.[4] Im Zuge der Napoleonischen Kriege wurden 1809 die letzten Festungsanlagen von Graz zerstört, ohne je erstürmt worden zu sein. Die Grazer Bürger kauften allerdings den Uhrturm sowie den Glockenturm von der Zerstörung frei - sie sind heute die Wahrzeichen der Stadt.[3] 1869 wurde der Steirische Gebirgsverein (St.G.V.) und 1870 der Alpenverein Graz gegründet. Die heutige Sektion Graz-St.G.V. des Österreichischen Alpenvereins ging aus ihnen hervor.[5] Sie ist heute der mit Abstand größte Grazer Sportverein.

2015 wurde das Solarthermie-Projekt "Big Solar" entwickelt. Es sollte in Kalsdorf bei Graz entstehen und die Fernwärmeversorgung in Graz mit der weltgrößten Solaranlage sicherstellen. Es sollte von dem Energieversorgungsunternehmen Energie Steiermark zusammen mit dem dänischen Unternehmen Arcon-Sunmark realisiert werden.[6][7] Im März 2017 fanden die 11. Special Olympics World Winter Games in Graz, Schladming und Ramsau statt. Es nahmen rund 2700 Sportler aus 107 Nationen teil.[8] Mitte 2019 beantragte die steirische Solid Gesellschaft für Solarinstallation und Design mit Sitz in Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Davon ist auch das Projekt "Big Solar" betroffen.[6]

Stadtgliederung

Statistik Austria gliedert die Stadt Graz in 17 Ortschaften mit eigener Ortschaftskennziffer (OKZ). Diese Ortschaften sind deckungsgleich mit den Stadtbezirken:

Nummer Bezirk Lage Gründung PLZ
I. Innere Stadt Lage des Bezirks Innere Stadt 1869 8010
II. St. Leonhard Lage des Bezirks St. Leonhard 1869
(als gemeinsamer Bezirk mit dem heutigen
Jakomini unter diesem Namen)
8010
8047
III. Geidorf Lage des Bezirks Geidorf 1869
(1938: ergänzt durch Mariatrost)
8010
8036
8043
IV. Lend Lage des Bezirks Lend 1869 8020
8051
V. Gries Lage des Bezirks Gries 1869 8020
8053
8055
VI. Jakomini Lage des Bezirks Jakomini 1899
(Jakomini und das heutige
St. Leonhard wurden getrennt)
8010
8041
8042
VII. Liebenau Lage des Bezirks Liebenau 1938 8010
8041
8042
8074
VIII. St. Peter Lage des Bezirks St. Peter 1938 8010
8041
8042
8074
IX. Waltendorf Lage des Bezirks Waltendorf 1938 8010
8042
8047
X. Ries Lage des Bezirks Ries 1938 8010
8036
8044
8047
XI. Mariatrost Lage des Bezirks Mariatrost 1946
(Abspaltung vom heutigen Geidorf)
8010
8036
8043
8044
XII. Andritz Lage des Bezirks Andritz 1938
(als Graz Nord)
8010
8043
8044
8045
8046
XIII. Gösting Lage des Bezirks Gösting 1938 8020
8042
8046
8051
8052
XIV. Eggenberg Lage des Bezirks Eggenberg 1938 8020
8051
8052
XV. Wetzelsdorf Lage des Bezirks Wetzelsdorf 1938 8020
8052
8053
XVI. Straßgang Lage des Bezirks Straßgang 1938
(gemeinsam mit Puntigam)
8020
8053
8054
8055
XVII. Puntigam Lage des Bezirks Puntigam 1988
(Abspaltung von Straßgang)
8020
8054
8055
8073
Grazer Stadtbezirke

Literatur

  • 2003: Geschichte der Stadt Graz, 4 Bände, Walter Brunner, Stadt Graz Kulturamt, ISBN 978-3902234025
  • 2003: Graz - Eine kurze Geschichte der Stadt, Alfred Schierer, 96 Seiten, Carl Ueberreuter Verlag, ISBN 978-3800039975
  • 2010: Historisches aus Graz, Karl A. Kubinzky, 264 Seiten, Leykam, ISBN 978-3701176946
  • 2018: 111 Orte in Graz, die man gesehen haben muss, Gerald Polzer und Stefan Spath, 240 Seiten, Emons Verlag, 5. Auflage, ISBN 978-3954514663
  • 2018: Grazer Straßennamen – Herkunft und Bedeutung, Karl Albrecht Kubinzky und Astrid M. Wentner, 300 Seiten, Leykam, 4. ergänzte und verbesserte Auflage, ISBN 978-3701180998
  • 2020: 360 Graz: Eine Geschichte der Stadt, Graz Museum, 304 Seiten, Styria Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG, ISBN 978-3222136580
  • 2020: Graz: Die Stadt von gestern. Entdeckungsreise durch das verschwundene Graz, Robert Engele, 176 Seiten, Styria Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG, ISBN 978-3222136597

Weblinks

Quellen