Österreichischer Rundfunk

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Österreichischer Rundfunk

Fernsehsender (öffentlich-rechtlich)
Programmtyp Vollprogramm
Empfang analog: Kabel
digital: Antenne, Kabel, Satellit, Livestream
Bildauflösung SDTV: 720 × 576
HDTV: 1280 × 720
Sendestart 28. Juli 1955[1]
Sitz Wien, Österreich
Sendeanstalt ORF
der.orf.at
ORF-Zentrum Küniglberg im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing

Der Österreichische Rundfunk (ORF) ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk Österreichs mit Radio, Fernseh- und Internetangeboten. Der Hauptsitz ist in Wien, daneben betreibt der ORF in jedem der neun Bundesländer ein Landesstudio sowie ein weiteres Studio in Bozen in Südtirol. Der ORF produziert vier Fernseh- sowie drei bundesweite und neun regionale Radioprogramme. Sendestart des ORF war am 28. Juli 1955.[1] Der ORF ist Mitglied der 1950 gegründeten Europäischen Rundfunkunion (EBU) und ist eine Stiftung öffentlichen Rechts.[2]

Geschichte

Die Geschichte des Österreichischen Rundfunks (ORF)) geht auf die 1924 gegründete Radio-Verkehrs-AG (RAVAG) zurück. Die RAVAG bestand als Aktiengesellschaft bis Ende der 1930er Jahre und wurde als Reichssender Wien in die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) des Deutschen Reiches integriert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden in jeder der Besatzungszonen eigene Programme gesendet. Am 19. Mai 1952 bekam die öffentliche Verwaltung des Rundfunks den Namenszusatz „Österreichischer Rundfunk“. Der Sitz wurde vom Funkhaus in Wien, das sich in der sowjetischen Zone befand, in die Singrienergasse in die britische Besatzungszone verlegt. Im November 1953 kappte die Bundesregierung die sowjetischen Zensur der Sendungen. Im Laufe des Jahres übergaben die Briten ihre Sender der öffentlichen Verwaltung. Am 15. März übergaben die US-Amerikaner den Sender „Rot-Weiß-Rot“, jedoch nur leihweise, und sendete bis zum 26. Juli 1955 weiter. Die Franzosen übergaben am 1. Dezember 1954 endgültig die „Sendergruppe West“. Mit Inkrafttreten des österreichischen Staatsvertrags am 27. Juli 1955 wurden alle Radiosender offiziell zu einem Österreichischen Rundfunk zusammengefasst. Am 28. Juli 1955 startete das erste Programm des Österreichischen Rundfunks seinen Betrieb. Am 11. Dezember 1957 wurde die Österreichische Rundfunk Gesellschaft, der direkte Vorgänger des heutigen ORF, konstituiert.[1]

Das Logo des ORF damals war das bekannte „ORF-Auge“, welches ein rundes elektronisches und ein ovales menschliches Auge darstellte. Dieses Logo wurde 1968 von dem österreichischen Illustrator Erich Sokol (1933–2003) entworfen und war bis 2002 bei Vorankündigungen von Filmen und bei der täglichen Zeit im Bild zu sehen.[3]

1975 wurde das ORF-Zentrum Küniglberg im 13. Wiener Gemeindebezirk in Betrieb genommen und ist seitdem der Hauptsitz des ORF.[4] 1981 wurde mit dem Österreichischen Filminstitut (ÖFI) das Film-/Fernseh-Abkommen beschlossen. Es sieht die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Filmwirtschaft und Fernsehen vor.[5]

1992 gestaltete der britische Grafikdesigner Neville Brody ein neues Logo für den ORF. Der „ORF-Ziegel“ verdrängte das „ORF-Auge“ zunehmend in den Hintergrund und wurde zum zentralen Logo. In den Jahrn 2000 und 2010 gab es ein Redesign des Logo.[6] 1993 wurde das Radiomonopol des ORF durch das Regionalradiogesetz aufgehoben.[7]

Am 23. Dezember 2008 unterzeichnete die ORF-Tochter ORF Enterprise ein Abkommen mit dem 1991 gegründeten Wiener Medienverlag Hoanzl. Das Abkommen sicherte Hoanzl die Verwertungsrechte am ORF-Archiv für DVDs und Web-Mediathek für 10 Jahre zu. Die Stiftungsräte verlangten darüber vom damaligen ORF-Chef Alexander Wrabetz Aufklärung.[8] Im März 2014 beschloss der ORF, alle Wiener Standorte am Küniglberg zusammenzulegen. Für die Sanierung und die Neubauten wurden 303,7 Millionen projektiert. Im August 2019 begannen offiziell die Bauarbeiten für den neuen „Mediencampus“.[9] Im Dezember 2021 war der Neubaukomplex bautechnisch fertiggestellt.[4]

Logos

Literatur

  • 1974: 50 Jahre Rundfunk in Österreich. Band I: 1924-1945, Viktor Ergert, 245 Seiten, Residenz-Verlag/Salzburg, ISBN 978-3701701193
  • 1975: 50 Jahre Rundfunk in Österreich. Band II: 1945-1955, Viktor Ergert, 227 Seiten, Residenz-Verlag/Salzburg, ISBN 978-3701701452
  • 1977: 50 Jahre Rundfunk in Österreich. Band III: 1955-1967, Viktor Ergert, 234 Seiten, Residenz-Verlag/Salzburg, ISBN 978-3701701841
  • 1985: 50 Jahre Rundfunk in Österreich. Band IV: 1967-1974, Helmut Andics, Viktor Ergert, Robert Kriechbaumer, 324 Seiten, Residenz-Verlag/Salzburg, ISBN 978-3701704057
  • 2004: Vom Dampfradio zur Klangtapete. Beiträge zu 80 Jahre Hörfunk in Österreich, Herausgeber Haimo Godler, Reinhard Schlögl, Manfred Jochum und Alfred Treiber, 272 Seiten, Brill Österreich, ISBN 978-3205772392
  • 2012: Die roten Meinungsmacher. SPÖ-Rundfunkpolitik von 1945 bis heute, Werner Reichel, 281 Seiten, Deutscher Wissenschafts-Verlag, ISBN 978-3868880465
  • 2012: Mit eigenen Augen: ORF-Korrespondenten berichten, Herausgeber Roland Adrowitzer, 304 Seiten, Styria Premium, 4. Auflage, ISBN 978-3222133794
  • 2017: Die Macht der Bilder, Andreas Novak und Oliver Rathkolb, 672 Seiten, KRAL, ISBN 978-3990247105

Weblinks

Quellen